Die Geschichte des Landgutes Gallingen, das im Nordteil der Wojewodschaft Ermland-Masuren, in einer Entfernung von ca. von Bartoszyce [Bartenstein] gelegen ist, reicht bis zum Mittelalter. Die Erste Angabe über Gallingen stammt aus dem Jahre 1336. Der Oberstspittler Heinrich Reuss von Plauen hat 1486 die von dem preußischen Volksstamm Gallingen bewohnten Gelände einem aus Sachsen stammenden Ritter Wend Illeburg kraft einer Verleihung für Verdienste übergeben. Damals stand in Gallingen eine kleine gemauerte Kirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und das gesamte Gebiet umfasste eine Fläche von 114 Hufen. Die Vorväter der Familie zu Eulenburg haben sich in Galiny [Gallingen], Wicken und Sątoczno [Leunenburg] angesiedelt, wovon sie nach Prosna [Prassen] umgezogen sind.
1709 haben die zu Eulenburg (eins der ältesten und größten Adelsgeschlechter auf diesem Boden) als Anerkennung ihrer Verdienste den Freiherr- , und danach, im Jahre 1786, den Grafentitel erhalten. Der aus Gallingen stammende Gottfried Heinrich zu Eulenburg ist nach tragischem Tode seiner Frau und seines Kindes auf Katholizismus übergangen und wurde zum Stiftsherrn im Ermland und demnächst eine Kapelle im Frombork [Frauenburg] und Wozławki [Wuslack] gestiftet.
Zur Endzeit des II. Weltkrieges wurden die zu Eulenburg zur Flucht und Weglassen ihres Vermögens gezwungen. So ist ihr Dasein auf diesem Boden zu Ende gegangen. Dasein, das von dem Mittelalter an, d.h. beinahe 500 Jahre lang ununterbrochen dauerte. Bald nach dem Kriegsende und Übernahme durch den Staatsschatz des gesamten Vermögens begann das Objekt zu verfallen und die nächste 50 Jahre lang, trotz der Versuche es zu retten, wurde es total zerstört. Erst 1995, in Folge der von den neuen Eigentümer getroffenen Maßnahmen, hat man mit gründlicher Renovierung begonnen, deren Ergebnisse heutzutage bei jedem Schritt sichtbar sind.